Ostersonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Christus ist auferstanden! Ja, er ist wahrhaft auferstanden. Das ist der schöne Gruß, den sich orthodoxe Christen heute zurufen. Jesus hat den Tod besiegt. Heute ist der Tag des Sieges, des größten Sieges, der je gewonnen wurde. Das war der Ostertag und ist es bis heute geblieben. Aber wie es bei ganz großen Siegen geht. Schon den Jüngern damals war es unmöglich den Sieg sofort in seiner ganzen Tragweite zu überschauen, es kam alles zu plötzlich, zu unverhofft, so völlig unerwartet, dass sie die Osterbotschaft zunächst überhaupt nicht glaubten, glauben konnten.

Selbst als die Tatsache unwiderleglich feststand, die Beweise auf der Hand lagen, die Größe, die ganze Herrlichkeit des Ostersieges ging ihnen erst auf, als sie allmählich tiefer die Zusammenhänge lernten. Das leere Grab war ein erstes Anzeichen, aber noch nicht ein hundertprozentiger Beweis. Wurde der Leichnam gestohlen? Erst die Erscheinungen des Auferstandenen verdrängten die letzten Zweifel. So kam also immer größere Freude auf und langsam wurde ihnen erst bewusst, was das alles wirklich bedeutet.

So auch bei uns! Schauen wir heute auf diese froh machende Botschaft, die die ganze Menschheit gerettet hat. Nur weil Jesus auferstanden ist, nur weil Jesus den Tod besiegt hat, nur weil Jesus das Grab mit neuem Leben verlassen hat, wurde uns der Himmel wieder geöffnet. Auf das haben die Gerechten des Alten Testamentes so lange warten müssen. Jetzt ist es geschehen. Heute jubelt daher die Kirche auf dem ganzen Erdkreis. Erinnern wir uns an die schönen Sätze des gestrigen Exsultet, des Osterlobs: Frohlocket ihr Chöre der Engel! Lasst die Posaune erschallen! Lobsinge du Erde! Das Licht des großen Königs umleuchte dich! Freue dich Mutter Kirche! Es tönt ein mächtiger Jubel. Dies ist die Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach, usw.

Wenn auch immer wieder es Leute gibt, die leider nicht an diesen Sieg glauben können. Wir haben Zeugen dafür. Kein Christ braucht zu fürchten, dass er einem Irrtum nachgegangen ist. Die Auferstehung bezeugt der Apostel Petrus, der das leere Grab sehen wollte, der sich selbst überzeugen wollte und dem Jesus öfter erschienen ist. Die Auferstehung bezeugen die Apostel. Besonders ein Thomas, der Zweifler, dem Jesus um glauben zu können, die Seitenwunde gezeigt hat. Die Auferstehung bezeugen die Frauen, Maria Magdalena, die gemeint hat, es sei der Gärtner, ihn aber dann erkannte, als er sie beim Namen nannte. Die Auferstehung bezeugen die Emmausjünger, die ihn beim Brotbrechen erkennen. Die Auferstehung bezeugen alle, die ihn sehen durften und das waren viele.

Daher steht unser Osterglaube auf festem Grund, ja auf Felsengrund. Die Kirche verkündet seit 2000 Jahren diesen Sieg und diese Freude.

Es wäre schön, wenn auch unser Gefühl sich anstecken lässt und wenn wir in unserm Innern spüren dürfen, dass dieser Sieg auch mich betrifft. Auch für mich ist Jesus gestorben und auferstanden und hat dadurch das Böse überwunden. Der Ungehorsam des Adam wurde wieder gutgemacht. Der Sohn Gottes selbst hat sich erniedrigt, wurde getötet, ist aber am dritten Tage auferstanden und hat uns erlöst, hat mich erlöst, weil auch ich von Gott geliebt bin, weil Gottes Liebe unendlich ist, weil er sie über die ganze Welt heute ausströmen lassen will. Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Nur weil er lebt, nur weil er auferstanden ist, freuen wir uns. Diese Liebe hat den ganzen Erdkreis erreicht. Überall, in allen Ländern gibt es das Christentum, gibt es Christen, gibt es Menschen, die wissen, dass sie von Gott geliebt sind und die Ostern feiern. Es ist der Ostersieg, der heute hinausposaunt wird und der unser Herz erfreut. Lassen wir uns erfüllen von dieser Freude, denn das Grab ist leer! Christus lebt! Christus ist auferstanden! Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email