5. Fastensonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Geh hin und sündige nicht mehr!“ Das ist der alles entscheidende Satz dieses Evangeliums.

Wir wissen, nach dem Buch Levitikus, dem 3. Buch Mose, steht auf das Vergehen Ehebruch die Todesstrafe. Dieses alte Gesetz ist Gott sei Dank aufgehoben. Keiner, der Ehebruch begeht, wird noch gesteinigt.

Es scheint mir aber, es gibt dafür drei andere gravierende Krankheiten unserer modernen Zeit, die uns durch dieses Evangelium bewusst werden.

Die erste Krankheit, ist, dass viele den Ehebruch gar nicht mehr als Sünde ansehen, bzw. es nicht mehr sehr ernst nehmen, denn wie viele leben schon als Wiederverheiratet Geschiedene in so einem sündigen Zustand oftmals ohne Probleme und geben vielleicht der Kirche noch die Schuld, bzw. schimpfen auf die Kirche, weil sie nicht zur Kommunion gehen dürfen.

Wie oft gehen Ehen kaputt, weil ein Teil die versprochene Treue nicht hält?

Der Ehebruch ist mehr als ein harmloser Seitensprung. Er ist mehr als ein Kavaliersdelikt, als eine menschliche Schwäche, die Gott nicht sieht oder übersieht.

Wenn jemand in Versuchung kommt, soll er sich an den Traualtar zurückerinnern. Wie heilig, wie ernst war es damals bei beiden? Da wäre es keinem in den Sinn gekommen dieses Versprechen zu brechen.

Aber dann kommt der Alltag der Ehe und damit beginnt für manche eine Zeit der Versuchung. Wenn das erste Gefühlshoch der Liebe verflogen ist, wenn sich die wahre Liebe bewähren muss in den Prüfungen, wenn Enttäuschungen kommen, wenn man sich vielleicht sogar auseinanderlebt, wird es gefährlich.

Die Gelegenheit ist allzu schnell da, wenn man nicht aufpasst, wenn das Gewissen nicht wacht. In diesem Augenblick der Versuchung muss das Gewissen laut die Worte des Hochzeitstages wiederholen: Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit bis der Tod uns scheidet. Vor Gott hat jedes Brautpaar dies versprochen, solange sie leben treu zu sein. Jeder Ehebruch ist daher Verrat an diesem Versprechen. Er ist und bleibt eine gemeine Lüge, die nicht zu entschuldigen ist, denn das Eheband bleibt auf ewig bestehen.

Die zweite Krankheit unserer Zeit ist, dass viele sich hier gar nicht angesprochen fühlen, weil sie einfach ohne Trauschein zusammenleben. Das 6. Gebot heißt: Du sollst nicht ehebrechen. Man glaubt doch tatsächlich, zumindest wird es als Argument gebracht, dies sei doch gar keine Sünde, denn wessen Ehe breche ich denn, wenn ich so zusammenlebe.

Aber dass dies eine Art Ehebruch im Vorgriff ist, ist denen nicht bewusst. Dass ich, wenn ich es ausprobiere, mich in tiefer Form schon binde und in meiner zukünftigen Entscheidungsfähigkeit gehemmt bin, an das denkt man nicht. Echte Liebe braucht die dauerhafte und feste Bindung an den Partner. Nur die Ehe bietet diesen Sicherheitsraum, indem echte Liebe wachsen kann. Nur in der Ehe weiß ich, dass es jetzt vor Gott unauflöslich ist und ich mich somit auf meinen Partner verlassen kann.

Und die dritte Krankheit unserer Zeit ist, dass viele nur die Fehler anderer sehen.

Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Alle gingen weg mit einem schlechten Gewissen. Das an die eigene Brust klopfen haben wir oft verlernt. Gerade in der Fastenzeit ruft uns die Kirche wieder zu. Schau zuerst auf dich! Mach bei dir zuerst einmal Ordnung. Was hat Jesus in den Sand geschrieben? Waren es die Sünden der Ankläger?

Es bleibt die Aufforderung Jesu, die allen gilt: Geh und sündige nicht mehr. Wie froh war diese Frau, als Jesus sie nicht verurteilt hat. Sie hat diesen Satz wohl nicht mehr vergessen. Auch uns ruft ihn Jesus zu. Bekenne deine Sünden, geh hin und sündige nicht mehr. Amen.

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© 2017 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email