Fronleichnam
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Zu einem Priester kam ein Mann, der sich über den Glauben lustig machen wollte, und fragte: „Wie ist es möglich, dass aus Brot und Wein Fleisch und Blut Christi werden?“ Der Priester antwortete: „Wenn schon dein Körper die Nahrung, die du zu dir nimmst, in Fleisch und Blut umsetzen und verwandeln kann, warum soll Gott nicht auch das andere vermögen?“ Der Mann gab sich nicht geschlagen: „Wie kann denn in einer so kleinen Hostie der ganze Christus zugegen sein?“ Der Priester gab zur Antwort: „Ein Landschaft, die vor dir liegt, ist so groß und dein Auge doch so klein. Und doch ist das Bild der großen Landschaft in deinem Auge. Warum soll es dann nicht möglich sein, dass in der kleinen Brotsgestalt der ganze Christus zugegen ist?“

Noch eine dritte Frage stellte der andere: „Wie kann derselbe Christus gleichzeitig in allen euren Kirchen zugegen sein?“ Da nahm der Priester einen Spiegel und ließ ihn hineinschauen. Dann warf er den Spiegel zu Boden und sagte: „Auch in jedem einzelnen Stückchen kannst du dein Bild jetzt gleichzeitig sehen.“ Geschlagen entfernte sich der Spötter und stellte keine Frage mehr.

Immer wieder fällt es uns schwer an dieses Geheimnis zu glauben. Wie kann Gott sich so klein machen und in einem Stückchen Brot gegenwärtig sein? Dieser Glaube ist für einen Verstandesmensch natürlich nicht leicht anzunehmen.

Auch damals ist es den Menschen schwer gefallen zu glauben. In der bekannten Eucharistierede murrten die Juden, als Jesus davon sprach. „Wer nicht mein Fleisch isst und mein Blut trinkt hat das Leben nicht in sich.“ Jesus aber betonte es noch.

Weil auch in der Kirchengeschichte sich deswegen Spaltungen ergeben haben, die dies nur symbolisch aufgefasst haben, hat die Kirche immer wieder darauf hingewiesen, dass Jesus das wörtlich verstanden wissen will. Sie hat immer wieder die Gläubigen zu Ehrfurcht hingewiesen und Hilfen eingeführt, damit die Gläubigen sich leichter tun, daran zu glauben. Zeichen der Ehrfurcht sind meines Erachtens auch die Kommunionbank und die Patene, der Kommunionteller.

Es sind auch eucharistische Wunder geschehen. Unter anderem in der Zeit, in der dann das Fest Fronleichnam eingeführt hat. Eine Hostie, die sich teilweise in Fleisch verwandelt hat. Bei einem Priester, der nicht glauben konnte in Bolsena, das eucharistische Wunder von Lanciano usw. Papst Urban IV. hat darauf die Fronleichnamsprozession eingeführt, die bis heute jedes Jahr am heutigen Tag stattfindet. Ich bin überzeugt, dass auch die Kommunionspendung auf die Hand aus Ehrfurchtsgründen abgeschafft wurde. Mir scheint es nicht von Vorteil zu sein, dass beide Formen wieder erlaubt sind. Auch wenn man die Handkommunion ehrfürchtig empfangen kann, ist in der heutigen Zeit meines Erachtens, in der viele Menschen keine Ahnung mehr von diesem Geheimnis haben, die andere Form dem Geheimnis angemessener.

Es soll aber über die Art und Weise des Empfangs auf keinem Fall ein Streit ausbrechen.

Das Wichtigste ist der Glaube, dass ich daran glaube, dass Gott gegenwärtig ist. Es ist wichtig, dass ich überzeugt bin, dass es nicht mehr Brot ist, sondern der Leib Christi. Wäre es nur Brot, würde die Prozession ein einziges Theater sein ohne Sinn. Ich knie mich nicht vor einem Stückchen Brot nieder, sondern vor Gott dem Allmächtigen. Machen wir uns das bewusst, wenn wir heute in dieser Form das Allerheiligste Sakrament anbeten. Es ist ein Zeichen unseres Glaubens an die Gegenwart Jesu. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email