12. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Es geht in diesem Satz um die Nachfolge Christi. Wir sollen Christus nachfolgen, indem wir unser Kreuz tragen!

In der Lesung gebraucht der Apostel Paulus ein besonderes Bild, um das zu beschreiben, was für ihn Nachfolge Christi bedeutet: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt.“ Wenn wir Christus als Gewand angelegt haben, sind wir in seiner Nachfolge. „Christus als Gewand anlegen“, was meint Paulus damit? Wer „Gewand Christi“ bei Google eingibt, der stößt dabei schnell auf den heiligen Rock in Trier. Hier haben wir ein Gewand, das Christus selbst getragen haben könnte. Aber Paulus meint natürlich etwas anderes. Wir sollen nicht diesen Rock in Trier anziehen. Wir sollen jetzt auch nicht alle diesen Rock nachschneidern lassen, sodass wir alle gleich ausschauen.

Natürlich schafft das bewusste Tragen der gleichen Kleidung Gemeinsamkeit. Der Bäcker hat eine weiße Kleidung, der Rauchfangkehrer schwarz, die Fußballspieler haben das gleich Trikot, die Uniform der Soldaten macht diese zu einer Truppe. Im kirchlichen Bereich kennen wir das Ordensgewand, die Priesterkleidung. Und bei einer Einkleidung wird auf diesen paulinischen Satz Bezug genommen. „Den alten Menschen ausziehen und den neuen Menschen Christus anziehen.“ Sein Gewand! Das neue Gewand, das Ordensgewand deutet nun symbolisch darauf hin.

Für uns alle gilt aber, dass wir durch die Taufe Christus angezogen haben. Wir sind einer in Christus. So wie ein gemeinsames Kleid, eine gleiche Uniform Menschen vereint, so sind wir vereint in Christus durch unsere Taufe. Er hat uns durch die Taufe schon seinen Stempel in die Seele aufgedrückt. Wir gehören ihm. Wir müssen aber immer mehr versuchen unser Leben, seinem Leben ähnlich zu machen. Er ruft uns in seine Nachfolge. Im Evangelium klingt das „Wie“ nicht sehr aufbauend: „Das tägliche Kreuz auf uns nehmen.“ Das schmeckt nicht sehr gut. Das ist unangenehm!

Und doch wird uns im Leben vieles nicht schmecken, was wir dann aber doch tun wollen und auch gerne tun, weil wir es aus Liebe tun: im Familienalltag, bei der Kindererziehung. Was müssen hier für Opfer gebracht werden! Das kostet alles Zeit, Geld und eben auch Überwindung, d.h. Opfer, Kreuz. Das sind oft große Kreuze, z.B. bei der Krankheit des Kindes. Und doch machen wir es gerne, weil wir es aus Liebe tun. So hat Jesus sein Kreuz auch aus Liebe für uns Menschen gerne getragen, auch wenn es schwer war, auch wenn es ihn niederdrückte, auch wenn er sehr darunter gelitten hatte. In diesem Sinn sollen auch wir das Gewand Christi anziehen und treu tragen, weil wir zu Christus gehören. Dieses Gewand Christi sollen wir dann angezogen haben, wenn wir einmal vor ihm stehen, sodass er uns erkennt. Wir gehören zu ihm. Wir haben in seinem Namen gekämpft, gelebt und vertrauen nun auch in seine Wohnung eingelassen zu werden. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email