17. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Bittet, dann wird euch gegeben!“ Jesus ermutigt uns heute zum Bittgebet. Es gibt ja verschiedene Arten von Beten. Neben dem Bittgebet gibt es auch noch das Dankgebet und die höchste Form ist sicherlich die Anbetung. Alle drei Formen sollen wir üben.

Das Bittgebet ist wahrscheinlich die leichteste Form. Wir alle haben unsere Sorgen und Nöte und oftmals ist es gerade so, dass, wenn jemand etwas braucht, ihm dann der liebe Gott einfällt und er sogar wieder zum Gebet kommt, auch wenn er vielleicht schon längere Zeit nicht mehr gebetet hat. Es soll nur nicht so sein, dass wir nur beten, wenn es uns schlecht geht.

Auf der anderen Seite gibt es Leute, die nur beten, wenn es ihnen gut geht. Wenn sie gut „drauf“ sind, dann ist es kein Problem mit Gott zu sprechen. Doch wehe, sie sind am Abend müde, dann wird das Abendgebet ausgelassen. Wehe, man ist in der Früh noch verschlafen, dann wird das Morgengebet vergessen. Wehe, wenn ich schlecht aufgelegt bin, dann spreche ich auch nicht mit Gott, weil es einem dann eben schwer fällt, sich zu überwinden. Lernen wir auch in diesen Situation zu beten. Das ist die Treue des Gebets.

Es ist das beste Gebet, wenn ich zu Gott bete, ohne jetzt mit einem bestimmten Grund, ohne zu bitten und zu danken. Ich bete Gott an, weil Gott der Schöpfer ist, weil Gott groß ist und er das Geschöpf, weil Gott die Anbetung gebührt. Er ist der, von dem wir abhängig sind, der uns am Leben erhält, der uns erschaffen hat aus Liebe. Und auch wir beten ihn an aus Liebe. Wir schenken ihm diese Liebe, weil wir dankbar sind für seine Liebe. Wir schenken ihm die Zeit des Gebetes, weil wir seine Diener, seine Knechte sind. Das nennt man Anbetung. Es ist das Größte, was wir Gott geben können.

Aber auch die anderen Formen des Gebetes will Gott von uns, und auch das Bitten hat seinen wichtigen Platz in unserem Leben. Jesus will, dass wir ihn bitten und zwar inständig. Das Beispiel von diesem Mann, der um Mitternacht von seinem Freund etwas will, zeigt uns, dass wir nicht nachlassen sollen mit unserem Bittgebet. Wir sollen Gott hartnäckig bitten, beharrlich darum beten, das Anliegen immer wieder wiederholen, ja zudringlich sein. Fast klingt das wie, „auf die Nerven gehen“, „ansudern“, „betteln“.

Wie können Kinder uns manchmal auf die Nerven gehen, wenn sie etwas wollen. Manchmal gibt man nach. Wie freuen sie sich dann, dass sie es doch erreicht haben.

Dann aber gibt es auch Fälle, wo die Eltern hart bleiben und den Wunsch nicht erfüllen. Das gibt es auch beim lieben Gott. Warum? Vielleicht tut es uns gar nicht gut, wenn unser Wunsch erfüllt wird. Vielleicht will er uns prüfen, ob wir trotzdem dann auch noch weiterbeten. Vielleicht ist es auch eine Erziehungsmaßnahme. Kinder müssen auch ihre Grenzen kennenlernen.

Ein Grundgesetz wird beim lieben Gott auf alle Fälle gelten. Er ist unser Vater im Himmel, der uns Gutes tun will. So wie jeder gute Vater seinen Kinder das Beste wünscht und für sie auch alles tut, damit sie glücklich sind und das Leben meistern können, so tut auch unser himmlischer Vater alles, damit wir einmal das ewige Ziel erreichen, auf das hin wir unterwegs sind.

Wenn wir immer wieder auch diese Bitte aussprechen, dass wir einmal für immer bei ihm sein dürfen, wird er uns diese Bitte auf alle Fälle erfüllen. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email