19. Sonntag im Jahreskreis
2016 C
logo
Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

So wie letzten Sonntag geht es heute auch wieder um die Armut. „Verkauft eure Habe, und gebt den Erlös den Armen!“ Unvorstellbar sind diese Worte, die Jesus gebraucht und was er wieder einmal verlangt. „Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen.“. Damit lenkt er unseren Blick wieder auf die Ewigkeit. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst.

Es gibt drei Arten von Schätzen: (den materiellen Schatz, den menschlichen Schatz und den göttlichen Schatz)

1.     Der materielle Schatz: Wer hier auf Erden einen Schatz hat, der muss aufpassen, dass er nicht gestohlen wird. Er gibt ihn in einen Safe oder in ein sicheres Versteck. Wer hat nicht gerne einen Schatz? Wer ist nicht gerne reich? Wir alle sehnen uns wahrscheinlich danach, denn dann können wir uns vieles leisten, vieles kaufen, was wir wollen, beruhigt leben, keine finanzielle Sorgen, in den Urlaub fahren usw.

2.     Aber es gibt auch noch andere Schätze. Es gibt Schätze, die nicht aus Gold sind, Schätze, die man nicht wertvoll verkaufen kann: den menschlichen Schatz. Ich höre meinen Schwager oft, wie er seine Frau, meine Schwester, mit Schatz anspricht. Ein Schatz ist im übertragenen Sinn die Person, die man schätzt, die man liebt, die man gern hat. Diese Schätze kann man weder kaufen noch verkaufen. Dieser Schatz schenkt sich uns bedingungslos und kostenlos und umgekehrt werden wir diesen Schatz schätzen und seine Hingabe mit unserer ganzen Liebe erwidern. „Dort wo unser Schatz ist, da ist unser Herz.“ Dieser Satz trifft hier noch besser zu. Die Eheleute schenken sich gegenseitig ihr Herz.

3.     Und dann gibt es noch den höchsten Schatz: den göttlichen Schatz. Der größte Schatz auf Erden ist in materieller Hinsicht ganz billig. Bei der Erstkommunionvorbereitung erzähle ich oft diese Geschichte. Zwei Kinder tratschen in der Kirche. Der Priester holt sie zu sich und beginnt ein Gespräch über den Leib Christ und die Anwesenheit Gottes im Tabernakel. Dabei fragt er sie, was wohl diese kleine Hostie wert ist. „Ein paar Cent.“ „Da habt ihr Recht. Höchstens ein paar Cent vor der heiligen Messe. Aber in der heiligen Messe verwandelt Gott dieses kleine Stückchen weißes Brot in Jesus. Was ist sie jetzt wohl wert?“ „Wahrscheinlich sehr viel.“ „Ja, niemand auf der Welt könnte sie kaufen. Selbst Millionen und Milliarden kann man diesen Schatz nicht kaufen. Jesus kann man ja nicht kaufen. Eine solche Hostie ist mehr wert als alle Schätze und Reichtümer der Welt. Jesus ist unser größter Schatz.“ „Wo unser Schatz ist, da ist unser Herz.“ Ist unser Herz bei Jesus, bei unserem größten Schatz? Wenn nicht, dann ist die Liebe zu Jesus schwach geworden. Streben wir immer wieder nach dieser Liebe zum größten Schatz, den es überhaupt gibt, damit wir dann in der Ewigkeit diesen Schatz für immer besitzen werden. Amen.

logo
piwik Datenschutz
© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email