25. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In einem Kloster gab es einen Ordensbruder, der immer etwas Positives fand, wenn bei einem Gespräch über jemand geschimpft wurde. Es gab oft, wie es doch auch bei uns immer wieder der Fall ist, Unterhaltungen, wo auch die Geistlichen, - sie sind leider nicht anders wie die Weltleute -, sich wieder über jemand lustig gemacht haben, der bestimmte Fehler hatte.

Nun wusste dieser einfache Klosterbruder immer etwas Gutes über diejenige Person zu sagen, über die gelästert und hergezogen wurde. Die Mitbrüder waren darüber schon ein wenig erzürnt, weil er ihnen immer widersprach und die Person im guten Licht darstellte. So kam es, dass sie sich etwas überlegten. Da entstand folgende Idee. Beim nächsten Treffen reden wir über den Teufel persönlich und schimpfen ganz arg über diesen bösen Feind. Hier wird er uns sicher nicht widersprechen können.

Bei der nächsten Unterhaltung also fingen sie an, über den Satan loszulegen, über seine Bosheit, über seinen Hass, wie er die Menschen verführt und versucht, wie er sich da anstrengt usw. Als ihnen nichts mehr einfiel, und der Mitbruder schwieg, fragten sie ihn: Siehst du, jetzt kannst du wirklich nichts dagegen sagen. Da antwortete er: Ihr habt in allem recht, doch eines ist zu bewundern: Fleißig ist er!

Was hat diese Anekdote mit unserem Evangelium zu tun? Es ist ja ein recht schwieriges Gleichnis. Gelobt wird ein Betrüger. Der ungerechte Verwalter greift zu einem doppelten Unrecht. Er bekehrt sich nicht, nachdem er zur Rechenschaft gezogen wird, sondern greift wiederum zu einer List, um sich noch Freunde zu machen. Ich kann nur sagen: Fleißig ist er! Klug ist er.

Dazu muss man natürlich deutlich sagen. Der Fleiß und die Klugheit sind nicht in sich schon positive Tugenden, denn ich kann den Fleiß und die Klugheit zum Bösen verwenden. Wenn wir bei unserer Anekdote bleiben, können wir sagen: Auch der Teufel ist klug und fleißig. An manch anderer Stelle im Neuen Testament erinnert uns Jesus daran, dass auch wir uns vom Bösen manchmal etwas abschauen können. „Seid klug wie die Schlangen“, betont Jesus z.B. im Matthäusevangelium. Im Epheserbrief heißt es: „Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.“ Auch die klugen Jungfrauen haben vorgesorgt, weil sie außer den Lampen auch noch Öl in den Krügen mitgenommen haben. „Die Kinder der Finsternis sind also oft klüger wie die Kinder des Lichtes“, stellt Jesus fest, wenn er die Klugheit des untreuen Verwalters lobt.

Also, der Zuruf heute an uns Christen ist: Nütz euren Verstand und eure Intelligenz! Seid nicht naiv, wenn es im Kampf gegen den Bösen auf dieser Welt geht. Dieser versucht uns mit all seinen klugen Ideen zu Fall zu bringen. Auch wir müssen daher im Abwehrkampf klug vorgehen. Wir sollten immer neue Ideen haben, wie wir dem Bösen widerstehen können. Wir müssen aufpassen, dass er nicht den Sieg davonträgt, sondern, dass wir ihn überlisten und dass wir auch immer wieder andere bewahren, wenn wir sie auf die Schliche des Teufels aufmerksam machen, wenn wir dadurch seine List zunichtemachen. Und dazu ist es wichtig, dass wir noch mehr beten, dass wir noch mehr uns Hilfe holen von Gott, von den Engeln und Heiligen, die unsere Fürsprecher bei Gott sind, dass wir noch öfter die hl. Messe besuchen, denn dann hilft auch der Hl. Geist im täglichen Leben und er wird uns oft auch den Geistesblitz eingeben, dass wir wirklich klug sein können, so wie es im Evangelium von uns verlangt wird. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email