27. Sonntag im Jahreskreis
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

„Halte dich an die gesunde Lehre … und bleibe beim Glauben!“, haben wir in der Lesung gehört. Und im Evangelium hörten wir die Bitte der Apostel: „Stärke unseren Glauben“ und dann sprach der Herr: „Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: … verpflanz dich ins Meer!, und er würde gehorchen.“

Das Thema ist der Glaube. Es geht um die übernatürliche Tugend des Glaubens. 2 Fragen wollen wir uns stellen. 1. Was heißt eigentlich glauben? Und 2. Warum ist der Glaube so wichtig?

  1. Was heißt eigentlich glauben? Wir müssen unterscheiden zwischen „glauben“ und „vermuten“ und „meinen“. Glauben heißt: die Aussage eines anderen für wahr halten; darauf fest vertrauen. Das ist mehr als vermuten. Dieser Andere kann ein Mensch sein oder Gott. Wir sprechen vom Glauben an Gott. Diesen Glauben haben wir aber durch Menschen überliefert bekommen, die für uns glaubwürdig sind. Wir sind dann im Glauben überzeugt von etwas, was wir nicht sehen. Manche sagen dagegen: Ich glaube nur, was ich sehe. Das ist eine äußerst schwache Aussage, denn ich kann die Luft nicht sehen; ich kann radioaktive Strahlen nicht sehen; ich kann vieles nicht sehen, was es gibt. Und streng genommen brauche ich nicht mehr glauben, was ich sehe. Das weiß ich. Ich weiß, dass es einen Tisch gibt, denn den sehe ich und kann ich anfassen.
    Wir hören auch manchmal den Satz: „Glauben heißt nichts wissen.“ Diese Formulierung ist nun total falsch auf den Glauben an Gott bezogen. Nur wenn ich etwas weiß, kann ich glauben. Ich glaube an den, den ich kenne. Weil heute viele den katholischen Glauben nicht mehr oder kaum kennen, können sie auch nicht glauben oder ist der Glaube schwach geworden. Der Glaube kommt vom Hören, sagt schon Paulus im Römerbrief. „Wie sollen sie an ihn glauben, von dem sie nicht hörten. Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet. Wie sollen sie verkünden wenn sie nicht ausgesandt wurden.“ Es braucht also den Priester, den Prediger, der die Botschaft Gottes verkündet. Dadurch wächst der Glaube in den Herzen der Gläubigen.

 

  1. Warum ist der Glaube wichtig? Warum ist er notwendig zum Heil? Die Antwort ist, weil es in der heiligen Schrift steht. Im Markusevangelium heißt es: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet. Wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Da gibt es nichts zu rütteln. Der Glaube ist heilsnotwendig. Und Paulus sagt auch im Römerbrief: „Wer glaubt, Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, wird gerettet.“ Ohne Glaube geht also gar nichts. Daher ist es ganz schlimm, wenn jemand vom Glauben abfällt. Jesus selbst fordert immer wieder den Glauben an ihn. Mit den Worten „Dein Glaube hat dir geholfen“ entlässt er die Frau, die an Blutfluss litt. Jesus belohnt den Glauben beim Blinden von Jericho, beim Hauptmann von Kapharnaum, beim Gelähmten, bei der Kanaanäerin. Jesus verurteilt den  Unglauben. Seine Wehrufe über die ungläubigen Städte. „Wehe euch Chorazin, Betsaida! Wären in Sidon die Wunder geschehen, sie hätten sich längst in Sack und Asche bekehrt.“ Jesus rügt selbst die Apostel, wenn sie zweifeln und nicht an ihn glauben. Wenn Petrus, als er auf dem Wasser zu ihm geht, dann von Jesus wegschaut, plötzlich zweifelt und untergeht, sagt er vorwurfsvoll: Warum hast du gezweifelt? Wir müssen immer auf Jesus schauen und vertrauen und wir werden nicht untergehen. Er ist unsere Rettung.

Warum ist Abraham der Vater aller Glaubenden? Weil er Gott vertraut hat und aufgebrochen ist aus Ur in Chaldäa in eine unsichere Zukunft. Er hat Gott geglaubt, dass er ihm beisteht, dass er mit ihm geht. In seinem hohen Alter wagte er noch diesen Schritt. Er hat die Stimme Gottes gehört und diesen Auftrag will er erfüllen. Das ist ein großer vorbildlicher Glaube, der ihm als Gerechtigkeit angerechnet wird. (Röm 4,3)

So wollen auch wir unseren Glauben hochhalten. Ohne Glaube kein Christ. Ohne Glaube kein Glück, kein ewiges Glück. Es ist die Grundbedingung zum Heil. Der Glaube ist nicht nur ein Geschenk, wir müssen auch etwas tun für unseren Glauben und wir müssen offen sein und Gott immer wieder bitten. Stärke unseren Glauben! Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email