7. Ostersonntag
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 Im Evangelium hörten wir das hohepriesterliche Gebet Jesu, das er im Abendmahlssaal gesprochen hat, am Tag vor seinem Sterben. Es ist ein Gebet an seinen Vater: ein schwieriges Gebet, über das man nicht leicht predigen kann. Ich möchte daher das Thema Gebet ausweiten auf den Heiligen Geist. Wir stehen in der Pfingstnovene und wollen um den Beistand Gottes beten. Wir wollen ihn bitten, dass er uns erfüllt mit seinen 7 Gaben.

Der Heilige Geist ist auch ein sehr komplexes Thema und doch möchte ich heute ihnen aufzeigen, wie Gott uns Schritt für Schritt in das Geheimnis des Heiligen Geistes eingeführt hat.

Der dreifaltige Gott war im AT noch nicht bekannt. Es gibt Spuren, die im Nachhinein auf die Dreifaltigkeit hingedeutet werden können. Auch vom Heiligen Geist gibt es Spuren in der Dunkelheit des Alten Testamentes, wenn es z.B. bei der Schöpfung vor der Erschaffung des Lichtes heißt: Der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Wir können im Rückblick sagen, dass es die dritte göttliche Person war. Aber die Menschen im AT wussten noch nichts von dieser dritten göttlichen Person, die uns erst durch Jesus geoffenbart wurde

Es war hier Finsternis, heißt es im Buch Genesis. Finsternis war nicht nur auf der Erde, sondern auch Finsternis über das Wesen Gottes. Im Neuen Testament wird nun dieses Geheimnis des dreipersönlichen Gottes Schritt für Schritt erhellt.

5 Schritte, die uns näher hinführen auf den Hl. Geist:

Den 1. Schritt möchte ich die Dämmerung nennen. Als der Erzengel Gabriel die Botschaft verkündet, sagte er: Der Heilige Geist wird über dich kommen. (Die Verkündigung) Es ist dies eigentlich ein sehr geheimnisvoller Satz. Die Gottesmutter hat ihn in sich aufgenommen und darüber nachgedacht. Vielleicht dämmerte es bei ihr schon ein bisschen über das Wesen Gottes.

2. Nach der Dämmerung kommt die Morgenröte. Hier wird es schon ein bisschen heller. Das war dann bei der Taufe Jesu. Als der Geist in Gestalt einer Taube herabkam und die Stimme des Vaters zu hören war. Aber auch hier hören wir noch Sätze im Morgengrauen, die noch nicht ganz verständlich sind.

3. Der helle Tag kam dann in den Abschiedsreden, von denen wir einen Teil im Evangelium gehört haben. Hier spricht Jesus nämlich sehr deutlich vom Beistand, den er senden wird, der sie in die ganze Wahrheit einführen wird.

4. Die 11. Stunde war dann der Missionsbefehl. Geht hinaus in die ganze Welt und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es ist dies ein ganz wichtiger Satz, der die drei göttlichen Personen erwähnt und ein wichtiger Hinweis ist, dass alle drei Personen gleich sind und Gott sind.

5. Zu Pfingsten erreichen wir die Mittagshöhe. Hier kommt die 3. göttliche Person auf die Apostel und auf Maria in Feuerzungen herab und stärkt sie.

Und doch war noch einiges zu klären: Der Heilige Geist wird euch in die ganze Wahrheit einführen: Auch in die Wahrheit über ihn selbst. Das geschieht in den kommenden drei Jahrhunderten.

Zuerst musste in der Kirchengeschichte die Person Jesu geklärt werden. Nachdem auf dem Konzil von Nizäa 324 definiert wurde, dass Jesus Gott und Mensch ist, konnte nun die Frage des Heiligen Geist auf dem Konzil von Konstantinopel 381 erörtert werden. Der Heilige Geist ist auch wahrer Gott, und es kommt ihm die gleiche Verehrung zu wie dem Sohn und dem Vater.

Damit sind im Großen und Ganzen die Fragen über den Heiligen Geist abgeschlossen gewesen und wir bekennen im Glaubensbekenntnis, wer der göttliche Beistand ist und beten zu ihm. Besonders in diesen Tagen, denn er möchte uns genauso stärken und führen und lenken, wie er damals die Jünger gestärkt hat. Viel zu wenig wird an den Heiligen Geist gedacht und doch ist er die Kraft von oben, die die Kirche durch die Stürme der Zeit lenkt. Das hat uns Jesus verheißen und daher dürfen wir dieses Vertrauen haben, dass das Kirchenschiff nicht untergeht, sondern sicher ihr Ziel erreicht. Amen.

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© 2018 · Pfarrer Christian Poschenrieder · email