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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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4. Adventssonntag 2018 C

Messtexte | Word-Dokument

Der heutige 4. Adventsonntag ist schon der Tag vor dem Heiligabend.

Im Evangelium begegnen uns zwei Frauen, die beide ein Kind erwarten. Maria besucht ihre Verwandte Elisabeth. Sie wusste vom Engel Gabriel, dass Elisabeth noch in ihrem Alter ein Kind empfangen hat. Deswegen hat sie sich auf den beschwerlichen Weg gemacht und ist aufgebrochen, um Elisabeth zu besuchen. Maria, die bereits Jesus empfangen hat und unter ihrem Herzen trug, bricht auf zu Elisabeth. Wir alle sind Elisabeth. Maria will auch aufbrechen und ihren Sohn zu uns tragen. Maria möchte jedem Menschen Jesus bringen und daher ist dieser Weg zu ihrer Verwandten symbolisch der Weg, den Maria zu jedem Menschenherzen gehen möchte.

Wir sind Elisabeth. Daher schauen wir, wie Elisabeth sich verhält. So sollen nämlich auch wir uns verhalten.

  1. Maria begrüßte Elisabeth und es ist selbstverständlich anzunehmen, dass auch Elisabeth Maria grüßte. Grüßen daher auch wir oft die Gottesmutter. Das Ave Maria, das der Engel betete, ist der schönste Gruß an Maria. Einen Gruß, den ein Engel sprach, zu wiederholen, kann nur im Sinne Gottes sein.
  2. Als Elisabeth den Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Kinder hüpfen manchmal vor Freude. Diese Freude, die von ihrem Sohn Johannes ausströmte, ging auf Elisabeth über. So dürfen auch wir uns freuen über den Besuch Mariens, besonders natürlich über den Besuch ihres Kindes auf dieser Erde, über die Geburt des Gottessohnes im Stall zu Bethlehem.
  3. Elisabeth antwortet nun auf den Besuch mit der Anbetung: Gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Sie erkennt ihren Herrn. Sie weiss, wer zu ihr kommt. Und indem sie die Mutter des Herrn ehrt und diese selig preist, ehrt sie natürlich Gott selbst, der bewusst diesen Weg gegangen ist über Maria.

Verhalten wir uns also wie Elisabeth! Ehren wir die Gottesmutter! Freuen wir uns über ihren Besuch! Freuen wir uns, dass sie „Ja“ gesagt hat, Mutter Gottes zu werden! Sie hat damit „Ja“ zu unserer Erlösung gesagt. Wir müssen ihr unendlich dankbar dafür sein. Die Folge davon ist, dass wir ihr Kind nun als Sohn Gottes erkennen und anbeten. Gott wurde in ihrem Schoß Mensch, wurde ein Kind armer Eltern, wurde in einem Stall geboren, musste nach Ägypten in ein fernes Land fliehen und hatte keine richtige Heimat. Dieses Kind aber ist der Heiland und Erlöser, der die Sünde der Welt durch seinen Kreuzestod hinweg nimmt. Elisabeth hat ihn erkannt, ohne ihn zu sehen. Sie hat ihn erkannt durch seine Mutter. Durch die Worte Mariens wurde sie auf ihn hingewiesen, denn diese Worte hörte ihr Sohn Johannes, der dann als Erwachsener den Auftrag hat, als Vorläufer die Menschen auf den Messias vorzubereiten. Der Herr ist nahe! Freut euch, denn durch ihn kam die Rettung der Welt! Wenn wir wie Elisabeth uns verhalten, wenn wir seine Mutter ehren und grüßen, wenn wir uns auf die Geburt ihres Kindes freuen und ihn anbeten, dann ist er auch für uns geboren, dann wird er auch in unserem Herzen wohnen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019