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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Christmette 2018 C

Messtexte | Word-Dokument

Ich verkünde euch eine große Freude: Der Heiland ist geboren. Ihr werdet ein Kind in der Krippe liegend finden. Sie sind gekommen, und haben das Kind gefunden, um wie die Hirten, es anzubeten.

Das katholische ABC zu Weihnachten heißt: Anbetung Beim Christkind!

Die Weisen aus dem Morgenland sind dem Stern gefolgt. Sie haben die Krippe von Bethlehem gefunden, um anzubeten. Auch wir haben uns auf den Weg gemacht und stehen hier an der Krippe. Wir haben ihn gefunden. So wie die Weisen und wie die Hirten sind wir jetzt in der Gegenwart des himmlischen Kindes. Es ist Weihnachten, der Zeitpunkt, wo Gott auf diese Erde herabgestiegen ist und uns das größte Geschenk gemacht hat, das er uns hat machen können. Es ist die Geburtsstunde Jesu Christi, des Sohnes Gottes.

Diese Besucher damals an der Krippe haben eines gemeinsam. Nicht ihre Herkunft: die einen sind von Bethlehem, die anderen von weither. Nicht ihr Bildungsstand: die einen sind einfache Hirten, die anderen große Intellektuelle.

Das Gemeinsame von ihnen ist das katholische ABC: Anbetung beim Christkind! Sie haben sich niedergekniet und sich klein gemacht vor Gott, vor dem König der Welt. Die Hirten und die Weisen waren nicht nur Zuschauer, die sich über die Lieblichkeit des Kindes gefreut haben. Der Engel verkündete die Freudenbotschaft, von der sie sich ergreifen ließen. Auch wir wollen nicht bloß Zuschauer sein, sondern uns von diesem Geheimnis berühren lassen. Die Hirten und die Weisen aus dem Morgenland wurden durch diesen Glauben und diese Entdeckung des Kindes in der Krippe verändert. Die Weisen sind auf einen anderen Weg in ihre Heimat zurück: nicht mehr zu Herodes. Es ist ein Zeichen, dass sich ihr Leben veränderte. Auch unser Leben soll sich verändern. Beim Hören dieser Weihnachtsbotschaft müssen wir den Atem anhalten und da muss uns das Herz höher schlagen und wir wollen staunen über die unbegreiflichen göttlichen Ratschlüsse.

Wer anbetet, der verändert sich. Wer vor Gott in die Knie geht und ihn anbetet, der wird von diesem Gott verwandelt. Wer niederkniet und sein Leben, seine Sorgen, seine Not, sein Leid, all das Unerlöste seines Lebens, aber auch den Dank, die Freude und alles menschliche Glück in der Anbetung Gott übergibt, Gott schenkt, den beschenkt auch Gott mit seiner Gnade. Wer über die Geburt des Gottessohnes staunen kann,  wer niederkniet und gläubig anbetet, der ist in Wirklichkeit groß vor Gott. Ich glaube, folgender Satz ist wahr: Der Mensch ist nie größer als dort, wo er niederkniet in der Anbetung, weil er nirgends Gott ähnlicher ist, als dort, wo er niederkniet und anbetet. Wenn er sich zur Krippe niederbeugt, trifft ihn der Atem des Kindes und damit der Atem Gottes. Wir sind damit in der Nähe Gottes, der sich ebenfalls erniedrigt und ganz klein machte!

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie diese Nähe Gottes spüren! Wie die Krippe nach oben offen ist, so wollen wir unser Herz öffnen. Maria hat ihr Kind damals in die Krippe gelegt. Heute möge sie es in unser Herz legen. Gerade bei der hl. Kommunion können wir an dieses Geheimnis denken. Ich öffne mich jetzt für diese Weihnachtsgnade: Lass mich den Frieden, der von der Krippe ausstrahlt, im Herzen spüren. Wir werden es spüren, wenn wir bei der Krippe das katholische ABC üben. Anbetung beim Christkind, denn dann sind wir ihm ganz ähnlich, dann machen wir uns klein, knien nieder und können den Atem Gottes spüren, der uns leise zuflüstert: Ich verkünde dir eine große Freude. Der Heiland ist geboren. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019