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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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14. Sonntag im Jahreskreis 2019 C

Messtexte | Word-Dokument

Jesus sendet 72 Jünger aus. Er sendet sie wie Schafe unter die Wölfe. Insbesondere sind damit sicherlich in der heutigen Zeit die Priester gemeint, die auch ausgesandt sind, die Botschaft Christi zu verkünden.

Die Aufgabe der 72 Jünger ist es, Jesus anzukündigen. Die Leute vorzubereiten, dass er selber kommt. Die Aufgabe von einem Priester darf heute sein, Jesus nicht nur anzukündigen, sondern ihn selbst auf dem Altar gegenwärtig werden zu lassen: im Leib Christi. Es gibt aber nicht nur diesen eucharistischen Leib, sondern es gibt den historischen Leib Jesu und den Kirchenleib. Es sind dies drei Ausformungen des einen Leibes Christi.

Den historischen Leib Christi hat Maria geboren und erzogen. Sie hat ihn gewaschen und gereinigt. Sie hat ihn gelehrt und unterwiesen. Diese Erziehung war nicht nur intellektuell, sondern auch eine Bildung des Herzens und seines Charakters. Ob wir nicht in den Seligpreisungen Jesu auch eine Haltung Mariens sehen dürfen, wenn Jesus die Leute lehrt: Selig die keine Gewalt anwenden, die Barmherzigen, die Frieden stiften,…? Hat er das vielleicht besonders durch Maria in der Erziehung mitbekommen? Was hat Jesus in seiner Kindheit alles beobachtet, besonders das Verhalten der Eltern, seiner Mutter! Wie oft sehen wir bei Kindern dasselbe Reden und Verhalten der Eltern! Sie übernehmen es. Hat nicht Jesus auch vieles von seiner Mutter nicht nur gelernt, sondern auch übernommen? Maria hat hier einen Priester erzogen. Jesus ist der ewige Hohepriester, und so will sie jeden Priester erziehen. Sie ist die Mutter von uns allen geworden und natürlich auch die Mutter von den Priestern.

Der eucharistische Leib kommt jetzt nicht so wie der historische Leib durch Maria auf die Erde, sondern dieser kommt durch die Priester auf die Erde.

Wir Priester müssen Sorge für die Kirche tragen, besonders für den Tabernakel, den Wohnort Jesu. Wie groß war die Sorge der Gottesmutter für Jesus! Als Mutter hat sie sicher auf Sauberkeit wert gelegt. So müssen auch wir Priester auf Sauberkeit Wert legen, auch wenn es dem Priester als Mann vielleicht schwerer fällt als den Frauen. Aber da ist uns besonders der hl. Franziskus ein Vorbild. Der hl. Franz von Assisi hat, als er eine verwahrloste Kirche betreten hat, selber den Besen genommen und zusammengekehrt. Er hat besonders auch auf die Sauberkeit der Kelche und Ziborien geschaut. Im Ziborium sind die Hostien, der Leib Christi, die Wohnung Gottes.

Die dritte Ausformung des einen Leibes Christi, neben dem historischen Leib und dem eucharistischen Leib, ist der Kirchenleib. Der Priester dient natürlich auch dem Kirchenleib. Er nährt ihn durch die Eucharistie. Er reinigt ihn durch die Beichte. Er baut ihn auf durch die Predigt und die Verkündigung. Er tut das, was Maria in Nazareth mit dem historischen Leib tat. Sie hat ihn auch genährt, gereinigt und aufgebaut.

So gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Priester und Maria.

Maria hat sich dann auch mitgeopfert. Sie war beim Kreuzesopfer, beim Erlösungswerk, dabei. Sie ist ebenfalls bei jeder heiligen Messe dabei, die ein Priester feiert. Sie steht, so wie sie damals unter dem Kreuz gestanden ist, an den Stufen des Altares. Vereinigen wir uns mit Maria bei der heiligen Messe! Denken wir daran! Sie ist auch dabei! Sie ist an der Seite Jesu!

Wenn wir in dieser Gesinnung die heilige Messe mitfeiern, dann werden wir auch im Opfer Jesu Christi mit hineingenommen, und es ist eine aktive Teilnahme an der Eucharistie. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019