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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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2. Sonntag im Jahreskreis 2019 C

Messtexte | Word-Dokument

Das Wunder, das Jesus auf der Hochzeit zu Kana wirkte, ist beim 2. Geheimnis des lichtreichen Rosenkranzes, den uns der heilige Papst Johannes Paul II. geschenkt hat, zu betrachten. („Jesus, der sich bei der Hochzeit zu Kana offenbart hat.)

Zuerst möchte ich drei Vorbemerkungen machen, bevor wir uns über den Sinn und die Aussage dieses Wunders ein paar Gedanken machen.

1. Zu bedenken ist, dass die Verwandlung von Wasser zu Wein auf dieser Hochzeit, so wird berichtet, das erste Wunder ist, das Jesus in seinem Leben wirkte.

2. Recht eigenartig ist, dass Jesus sein erstes Wunder auf einer Hochzeit wirkte und hier doch ein Wunder, das im Vergleich zu den anderen Wundern, „nur“ darauf ausgerichtet ist, dass sich der Bräutigam nicht blamiert, dass die Hochzeitsgäste mit genügend Wein weiterfeiern können. Die 600 Liter Wein sind auch für eine orientalische Hochzeit mit vielen Gästen und längerer Dauer doch sehr viel. Ein Heilungswunder als erstes Wunder bei seinem Auftreten, z.B. ein Totenerweckung, würde uns doch viel sinnvoller erscheinen.

3. Jesus wollte hier ursprünglich gar kein Wunder wirken. Er wies zuerst die Bitte seiner Mutter zurück und betonte, dass seine Stunde noch nicht gekommen ist. Trotzdem änderte er seine Meinung und erfüllte den Wunsch seiner Mutter. Wir sehen hier die wichtige Stellung Mariens im Heilsplan Gottes.

Nach diesen Vorbemerkungen wollen wir uns nun an das Wunder heranwagen, um es auszulegen. Was hat dieses Wunder zu bedeuten?

Auch hier möchte ich auf 3 Aspekte hinweisen. Dieses Wunder hat drei Stoßrichtungen.

1. Jesus begegnet uns auf einer Hochzeit. D.h. er hat die menschliche Gesellschaft nicht gemieden. Er war dabei beim Feiern, bei der Freude eines Hochzeitstages. Damit hat Jesus u.a. auch die Ehe geehrt. Er hat sie zu einem Sakrament erhoben. Er hat betont, dass die Ehe etwas Gutes ist, dass sie von Gott gewollt ist, dass die Liebe, die sich die Ehegatten einander schenken, ein Abbild der Liebe des dreifaltigen Gottes ist.

2. Mit diesem Wunder auf einer Hochzeit möchte Jesus aber auch auf eine andere Wirklichkeit aufmerksam machen: den Himmel. Wir erinnern uns, dass Jesus die Ewigkeit vergleicht mit dem himmlischen Hochzeitsmahl. Der Himmel, das „für immer bei Gott sein“, möchte er erklären mit der Freude, die herrscht, wenn ein Brautpaar alle zum Mahl einlädt. Die ewige Glückseligkeit ist nun einmal ewiges Glück, ewige Freude, immerwährende Liebe.

3. Die Verwandlung von Wasser und Wein bei der Hochzeit zu Kana erinnert uns vielleicht auch an die Verwandlung von Wein zum Blut Christi bei der hl. Messe. Die heilige Messe ist auch so eine Art Hochzeitsmahl. „Selig, die zum Hochzeitmahl des Lammes geladen sind.“ So lädt manchmal der Priester kurz vor der Kommunion die Gläubigen ein, sich mit Jesus in der Gestalt des Brotes zu vereinen.

Jesus sagt uns also bei seinem ersten Wunder, das interessanterweise auf einer Hochzeit stattfindet, folgendes: 1. Jesus freut sich mit dem Brautpaar und will nicht, dass diese Freude getrübt ist, weil kein Wein mehr da ist. 2. Jesus erinnert damit an das himmlische Hochzeitsmahl, zu dem wir einmal alle geladen sind, und er hat uns drittens bei der hl. Messe das Sakrament geschenkt, das geheimnisvoll diese himmlische Hochzeit vorwegnimmt, wenn wir den Leib Christi empfangen und uns in der hl. Kommunion mit Jesus vereinigen.

Demütig im Hintergrund hat die Gottesmutter den Anstoß dazu gegeben. Sie war es, die mit ihrem dezenten Hinweis Jesus dazu animiert hat, zu helfen. Auch wir wollen daraus lernen und immer auf die helfende Fürsprache der Gottesmutter vertrauen, wenn wir zu ihr unsere Zuflucht nehmen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019