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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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21. Sonntag im Jahreskreis 2019 C

Messtexte | Word-Dokument

„Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen!“ Das ist im ersten Augenblick nicht sehr beruhigend. Die Tür zur ewigen Seligkeit ist eng. Das heißt, es gibt viele, die nicht hindurchpassen. Sie werden mir zustimmen, dass es Jesus nicht um die Körpergröße geht. Es geht nicht darum, dass jemand zu groß oder zu dick ist. Es geht eindeutig um etwas anderes. Es geht um die Sünde. Wenn Jesus sagt, ihr habt Unrecht getan und darum kommt ihr nicht hinein, dann ist das die eigene Schuld, die uns zu dick sein lässt für diese Tür. Dann passen wir nicht durch und müssen vorher abspecken.

Sie kennen sicher alle die Redensart. „Der ist aber ganz schön aufgeblasen.“ Das sagt man gewöhnlich, wenn jemand sich wie ein großer Angeber aufführt. Er bläst sich auf, wird groß und dick und passt daher nicht durch die enge Tür, weil er hochmütig und stolz ist. Hochmut und Stolz zählen zu den schlimmsten Sünden, die Gott missfallen. War es nicht gerade der höchste Engel Luzifer, dem diese Sünde in den Kopf gestiegen ist. Weil ich so gut und intelligent bin, will ich so sein wie Gott und will nicht dienen, will mich nicht klein machen, will mich aufblasen und daher hat er nicht Platz, durch die enge Tür zu gelangen.

Immer wieder spricht Jesus in dieser Weise vom „gerettet werden“. Er spricht mit solchen Bildworten, die uns vor dem ewigen Verderben warnen wollen, die uns auf diese große Gefahr hinweisen wollen, dass wir das ewige Glück auch verlieren können, dass wir nicht durch die Tür passen. Es gibt im Leben diese Gefahren der Sünde, und wir müssen unsere Mitmenschen darauf aufmerksam machen und sie davor warnen.

Jeder vernünftige Mensch findet Verkehrstafeln sinnvoll. Da steht z.B. ein Verkehrsschild: gefährliche Kurve. Keiner würde auf die Idee kommen und sich darüber ärgern und sagen, dass ist eine Drohbotschaft des Staates, er möge das doch unterlassen. Wir bekommen nur Angst davor. Durch diese Tafeln fürchte ich mich im Straßenverkehr und das ist doch nicht gut. Die Verkehrsschilder sind keine Drohung, sondern der wichtige Hinweis: Fahre vorsichtig und pass auf! Es geht um dein Leben! Hier geht es um das irdische Leben. Umso wichtiger ist der Hinweis auf das überirdische Leben. Pass auf und spiele nicht mit dem ewigen Leben!

Gerade so müssen wir die Worte Jesus heute auch verstehen. An einer anderen Stelle drückt er das mit folgenden Worten aus: Der Weg zum Himmel ist der schmale Pfad. Der breite und bequeme Weg geht ins Verderben. Auch da steckt etwas Wahres dahinter. Es kostet nun einmal Mühe, die Gebote Gottes zu halten. Es ist manchmal das Gebet anstrengend, wenn ich am Abend bereits müde bin oder in der Früh noch nicht ganz ausgeschlafen bin. Es kostet uns hin und wieder Überwindung am Sonntagmorgen zur Heiligen Messe aufzustehen. Es ist nicht immer leicht das Gute zu tun, jemanden zu helfen, der in Not ist, weil ich vielleicht momentan nicht die Zeit dazu haben, weil ich faul bin oder nicht dazu aufgelegt bin. Darum spricht Jesus vom schmalen Pfad und von der engen Tür.

Bemüht euch also wirklich alle durch diese enge Tür zu gelangen! Keiner von uns kann sicher sagen, dass er durch diese Tür passt. Jeder von uns muss sich in dieser Welt immer wieder bemühen, die richtige passende Größe zu erlangen. Wenn wir aber Jesus bitten, dann wird er uns auch heilen. Er wird uns von solchen Dingen befreien, die uns bedrücken, und er wird uns heilen, wo wir schuldig geworden sind. Er hilft uns, dass wir uns nicht so wichtig nehmen und uns nicht aufblasen. Er hilft uns, damit Gott in unserem Leben das Wichtigste ist. Und dann haben wir die passende Größe, um durch diese enge Tür zu gelangen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019