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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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31. Sonntag im Jahreskreis 2019 C

Messtexte | Word-Dokument

Der kleine Zöllner Zachäus ist arm dran, obwohl er reich ist. Er ist klein von Gestalt, ist unbeliebt und möchte nun diesen Jesus sehen, von dem man sich überall erzählt, dass dieser ein Mann ist, der Wunder vollbringt, der die Massen anzieht und vielleicht der Messias ist.

Was tut er? Er steigt auf einen Baum! Buben klettern auch gerne auf Bäume. Ich selbst kann mich noch an meine Jugendzeit erinnern. Im Garten hatten wir ein paar Birken, auf denen ich gerne hinaufgeklettert bin! Die Mutter hat zwar schon manchmal gewarnt: Nicht zu hoch! Aufpassen! Das kann auch gefährlich sein! Aber es ist Gott sei Dank nichts passiert. Es ist auch heute noch so. Wie gerne klettern besonders die Buben auf Bäume, weil man dann von oben herabschauen kann, weil man mehr sieht und weil es aufregend ist.

Also auch Zachäus steigt auf den Baum. Der Grund ist hier ganz klar. Er will Jesus sehen. Er hat Sehnsucht nach Jesus. Er hat Sehnsucht nach mehr: Nicht nach mehr Geld. Das hat er schon genug davon. Er weiß, dass Geld nicht wirklich glücklich macht. Er weiß, dass man mit Geld sich das Glück nicht kaufen kann. Vielleicht kann ihm Jesus sagen, was wirklich glücklich macht? Er ist auf der Suche nach Sinn, nach dem Sinn des Lebens.

In der heutigen Zeit sind viele Menschen noch nicht auf die Idee gekommen, dass sie Sehnsucht nach Jesus haben, der sie vielleicht wirklich glücklich machen kann.

Jesus macht dem Zachäus jetzt eine ganz große Freude. Er kehrt sogar in sein Haus ein. Sie kommen sich näher. Er lernt Jesus näher kennen. Und Zachäus spürt sofort, was bei ihm falsch läuft, was in seinem Leben nicht in Ordnung ist. Er hat zu viel Steuern verlangt.

Aber was passiert bei dieser Begegnung mit Jesus. Er will das alles wieder gut machen!

Wenn man einander nahe kommt, dann kann es sein, dass man sich ansteckt. Viele sind in dieser Jahreszeit krank geworden: ein bisschen Schnupfen, Husten. Überall schwirren die Viren herum. Man muss aufpassen, dass man sich keine Bazillen holen. Holen wir uns nicht den Grippevirus, sondern den Jesusvirus. Dieser Virus ist auch ansteckend. Wer Jesus nahe kommt, der bekommt plötzlich die Erkenntnis, dass er auch krank ist. Er merkt, dass er seelisch krank ist, dass er Sünden hat, die wiedergutgemacht werden müssen. Zachäus merkt, dass er vieles falsch gemacht hat und will die Hälfte seines Vermögens den Armen geben und das Vierfache zurückgeben, wenn er zu viel gefordert hat.

Wenn du Jesus nahekommst, dann merkst du, dass du noch viel zu wenig Liebe zu Gott hast, dass du noch viel zu wenig Liebe zum Nächsten hast, dass du zu wenig Gottvertrauen hast, und dass auch andere Sünden dein Herz belasten.

Das ist der Jesusvirus. Aber der Unterschied zu einem Grippevirus ist der, dass Jesus selbst der ist, der uns davon befreien kann.

Der Heiland ist gekommen, um zu retten, was verloren ist. Er ist gekommen, um alle Menschen zu erlösen. Er ist gekommen, auch wegen dir, weil er dich liebt, weil er auch dich retten und heilen will.

Steigen auch wir auf den Baum, um Jesus zu sehen, d.h. haben auch wir eine große Sehnsucht nach Jesus. Sehnsucht nach mehr! Jesus, du kannst mich glücklich machen. Du bist mein Erlöser und ich will meine Schuld wiedergutmachen. Dann kann auch Jesus zu uns sagen: Heute ist in deinem Haus, in deiner Seele, in deinem Herzen Heil geschenkt worden; ja heute ist dir das Heil geschenkt worden. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019