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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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2. Ostersonntag 2019 C

Messtexte | Word-Dokument

Der ungläubige Thomas, so wird er oft genannt, gibt heute sein Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott“. Mit diesem Satz bekennt er sich zur Gottheit Jesu. Er glaubt, dass Jesus auch Gott ist, denn nur Gott kann von den Toten auferstehen. Gott sei Dank hat es ihn gegeben. Gott sei Dank hat Jesus ihm auch seinen Wunsch erfüllt. Denn wir wissen deshalb, dass das damals sehr wohl auch kritische Leute waren, die sich nicht gleich alles aufschwätzen haben lassen.

Den Pharisäern hat Jesus den Wunsch nicht erfüllt, als sie unterm Kreuz standen und gesagt haben. „Steig doch herab vom Kreuz, dann werden wir an dich glauben.“ Denn diese hätten dann auch nicht geglaubt. So viele Wunder hat er schon gewirkt. Immer wieder hat er bewiesen, dass er auch Menschen heilen kann, dass er die Naturgesetze außer Kraft setzen kann usw. Aber Thomas war nun wirklich in seelischer Not. Er darf nun tatsächlich Jesus begreifen und anfassen. Er darf ihn berühren. Be-greifen um zu begreifen. Kinder tun das ganz gerne und führen das begriffene Ding dann sogar noch zum Mund, um zu schauen, wie es auch schmeckt. Wir Erwachsene möchten auch oft begreifen. In den Kaufhäusern begreifen wir oft die Dinge, die wir kaufen wollen. Wir wühlen mit unseren Händen in den Waren herum. Es gibt die Streichelzoos, in denen die Kinder die Tiere berühren. Ein Pony will ich mit meiner Hand streicheln usw.

Thomas will nun auch Jesus begreifen. Gott begreifen? Gott berühren? Es wird ihm tatsächlich erlaubt.

Wollen auch wir Gott berühren? Auch wir sollen Gott berühren. Auch wenn Jesus sagt „Selig die nicht sehen und doch glauben“, können wir Gott berühren.

2 Gedanken dazu: 1. Wir können Gott berühren in unserem Mitmenschen, dem wir helfen. Wir können einem verwundeten Menschen helfen und trösten. Gott ist im verwundeten Menschen. Er möchte, dass wir hier auch helfen. Thomas hat die Wunden Jesu berührt und so sollen wir, wenn wir im Nächsten Wunden sehen, ihn durch Berührung heilen, d.h. ihm unsere Zuwendung schenken usw.

2. Gott berührte uns Menschen aber zuerst, und zwar schon bei der Erschaffung des Menschen. Es gibt das bekannte Bild in der sixtinischen Kapelle. Wir sehen hier wie der lange Finger Gottes den Finger des Adam berührt und ihn dadurch erschafft. Gott möchte uns immer wieder berühren.

Wir sollen uns auch wieder von Gott anrühren lassen und die Gnade Gottes nicht abweisen. Lassen wir uns von Gott anrühren, berühren?

Thomas hat berührt und war gerührt. Wenn wir uns von diesen schönen Auferstehungsberichten berühren lassen, sind wir auch sehr beeindruckt und wollen so wie Thomas sprechen: Mein Herr und mein Gott.

Wir haben glaubwürdige Zeugen, und diesen dürfen wir vertrauen. Und Jesus wird auch zu uns einmal sagen: Selig, bist du, weil du geglaubt hast.

Wir wollen immer tiefer in den Glauben an die Auferstehung Jesu eindringen. Lassen wir diese schönen Berichte über die Erscheinungen des Auferstandenen in unser Herz dringen, damit wir ganz fest an den Auferstandenen glauben können, so wie Thomas das dann gemacht hat, als er auf die Knie gefallen ist und laut den Glauben an die Gottheit Christi mit den Worten bekannt hat: Mein Herr und mein Gott. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019