Christmette 2021
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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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Christmette 2021 C

Messtexte | Word-Dokument

Es ist für uns Österreicher eine Ehre, dass das bekannteste Weihnachtslied auf der ganzen Welt, das „Stille Nacht, heilige Nacht“, in Oberndorf komponiert und gesungen wurde. In der Stille Nacht Kapelle in Oberndorf bei Salzburg kann man sich darüber informieren.

Alle Strophen des Liedes beginnen mit diesen Worten „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Ja, diese heutige Nacht ist still und heilig. Über diese beiden Eigenschaften wollen wir uns ein paar Gedanken machen.

  1. Sie ist still: In dieser stillen Nacht kamen Engel vom Himmel und verkündeten dieses große Geheimnis: Die Hirten hörten in dieser stillen Nacht die Botschaft des Engels, die lautete: Heute ist euch der Heiland geboren. Der Messias, der Retter der Welt! Wir wollen selber still werden und hören, was uns Gott in dieser Nacht sagen will. Auch wir werden diese Worte hören: „Fürchtet euch nicht!“ Es ist heute kein Platz für Furcht und Angst. Wie viel Angst ist in der Welt. Angst vor Krankheit, Angst vor Schmerzen, Angst vor Einsamkeit, Angst vor Krieg, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Tod usw. Und diese Angst vor dem Sterben ist die Urangst des Menschen. Sie ist die Wurzel all unserer Ängste. „Wenn ihr von dem Baum esst, müsst ihr sterben.“ Seither gibt es diese Angst. Jede Angst ist Angst vor einem kleinen Tod, vor dem Verlust an Leben. Warum hören wir in der Bibel immer wieder diese Worte „Fürchtet euch nicht.“? Der Grund ist der, weil Gott alles in der Hand hat und wir vertrauen sollen. Er lenkt alles. Er regiert zu jeder Zeit den Lauf der Welt. Und er hatte einen gewaltigen Plan. Er wollte als Kind auf die Welt kommen, denn er dachte sich. Wer von den Menschen fürchtet sich vor einem kleinen Kind? Es war damals interessanterweise nur der mächtige König Herodes, der Angst hatte, dass dieses Kind ihm die Macht nimmt. Kein König muss Angst haben vor Jesus, denn er wird kein politischer Herrscher. Er möchte über unsere Herzen herrschen.
  2. Diese Nacht ist heilig: Heilige Nacht ist sie, weil sie auch eine heile Nacht sein will. Das Jesuskind ist gekommen und möchte alles heil machen. Er möchte uns heil und damit heilig machen. Wie viel ist in dieser Welt kaputt und unheil. Die Sünde hat vieles zerstört und ist auch heute noch der Grund, warum vieles in Unordnung gerät. Die Sünde hat die Natur beschädigt. Durch die Schuld des Menschen werden Freundschaften brüchig und zerrüttet. Durch unsere Fehler und Mängel, durch unsere Vergehen und durch unser Versagen ist vieles mangelhaft und defekt geworden. Aber es gibt jemanden, der das alles wieder gut machen kann, der alles heilen und kurieren kann. Nur einer kann uns da helfen, dass wir gesunden: Jesus. Der Heiland möchte uns wie ein Arzt behandeln, aber er kann es nur, wenn wir ihn auch lassen und wenn wir ihm auch sagen, was schiefgelaufen ist. Er sagt zu uns: Ich möchte auch ein Weihnachtsgeschenk von dir. So viele werden beschenkt. Ich habe dich beschenkt mit meiner Menschwerdung. Jetzt musst du mir auch etwas dafür geben. Er sagt: Gib mir deine Sünden, dann kann ich sie dir auch vergeben! Dann ist heilige Nacht, dann ist es eine heile Nacht.

Und deshalb ist es auch so wichtig, dass es eine Stille Nacht ist, damit wir genau diese gute Botschaft nicht überhören, sondern sie in unserem Herzen aufnehmen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2022