14. Sonntag im Jahreskreis C 2022
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14. Sonntag im Jahreskreis 2022 C

Messtexte | Word-Dokument

Der letzte Satz des Evangeliums lautete: „Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“

Es ist natürlich schön und wir dürfen uns freuen, wenn wir bei dem, was wir tun, Erfolg haben. Wir spüren Freude, wenn uns etwas gelingt. Es ist selbstverständlich, dass es uns guttut, wenn das, was wir getan haben, nicht schiefgelaufen ist, sondern wenn wir erreicht haben, was wir uns vorgenommen haben. Das kann Verschiedenes sein: ein Problem lösen, in der Schule beim Test gut abschneiden, in der Arbeit Erfolg haben, zu Hause etwas schön hergerichtet haben, beim Spiel gewonnen zu haben, wenn wir beim Hobby etwas erreicht haben, usw.

Die Apostel freuten sich, dass ihnen die Dämonen, die bösen Geister, die sie im Namen Jesu austreiben konnten, gehorchten.

Jesus weist aber darauf hin, dass es noch etwas Wichtigeres gibt: den Himmel. Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

Wissen Sie, wo ihr Name überall geschrieben ist, wo er überall verzeichnet ist? Im Geburtsregister, bei den Meldestellen der Stadt, in Schulen und Betrieben, beim Finanzamt, in den Banken, im Internet, wenn sie bei Amazon etwas kaufen, auf Facebook, bei Twitter, beim Googlekonto, aber auch in der Pfarre im Taufbuch und einmal ebenso im Sterbebuch.

Das Entscheidende jedoch ist, dass unser Name im Himmel verzeichnet ist, im Himmelsbuch, im Buch des Lebens. Freut euch darüber, wenn er dort aufscheint!

Schon Jesaja erinnert uns daran, dass uns Gott beim Namen gerufen hat. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Gott kennt unseren Namen. Der Name ist wichtig.

Erinnern wir uns an das Märchen Rumpelstilzchen. Da spielt auch der Name eine wichtige Rolle. Die Königin muss den Namen des Männchens herausfinden, der ihr geholfen hat und dann muss sie nicht ihr Kind hergeben. Ein Bote hat schließlich das Männlein entdeckt, wie es um ein Feuer sprang: „Gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“ Das hat dir der Teufel gesagt. Weil sie seinen Namen jetzt kannte, hat er verloren.

Jesus kennt unseren Namen, aber wir haben nicht verloren. Für Jesus sind die Erfolge, die wir in diesem Leben haben, nicht das Wichtigste. Er sieht in unser Herz, und das Herz kann sich leider durch Erfolge zum Schlechten verändern, wenn wir hochmütig werden, wenn wir uns darauf etwas einbilden.

Im AT gibt es die bekannte Geschichte vom Turmbau zu Babel: Sie wollen sich einen Namen machen. Das verärgerte Gott. Gott hat ihnen schon einen Namen gemacht. Sie waren bereits aufgezeichnet. Sie müssen nicht noch selbst alles tun, um sich einen Namen zu machen.

Letztlich geht es ihm um seinen Namen, um Gottes Namen!  Im Römerbrief schreibt Paulus: „Denn wer den Namen des Herrn anruft, der soll selig werden.“ Der Name von Jesus steht über allen Namen für alle Zeiten.

Auf dieser Erde kann mit unserem Namen allerhand passieren. Er kann groß herauskommen. Es kann jemand berühmt werden. Er kann aber auch von Menschen verunstaltet werden. Man kann ihn lächerlich machen.

Mag hier auf Erden geschehen mit unserem Namen, was will, mag er uns gefallen oder nicht, eines steht fest: Im Himmel strahlt er hell auf, weil wir da zu Jesus gehören, weil er uns liebt, weil er sich über uns freut und weil Jesus unseren Namen niemals vergessen kann. Denn er steht nicht nur im Himmel geschrieben, sondern auch in seinem Herzen.

Deswegen dürfen wir uns freuen, dass der Name im Himmel verzeichnet ist, und es muss uns ein großes Anliegen sein, dass er dort nicht gelöscht wird. Er wird nicht gelöscht, wenn wir hier auf Erden den Namen Gottes ehren und unseren Namen nicht über seinen Namen erheben, sondern uns bewusst machen: Im Namen Jesu Christi sind wir erlöst, und er wird dann uns mit großer Freude an der Himmelspforte mit unserem Namen aufrufen, sodass wir dort eintreten können. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2022