25. Sonntag im Jahreskreis C 2022
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Die katholische Predigtsammlung von Pfarrer Poschenrieder
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25. Sonntag im Jahreskreis 2022 C

Messtexte | Word-Dokument

In Niederösterreich gibt es zu Schulbeginn immer die Aktion Schutzengel. Überall bei den Schulen sieht man diese Plakate, um die Menschen zur Vorsicht im Straßenverkehr zu mahnen und um die Kinder zu schützen.

Ich denke, auch die Kirche hat dazu etwas zu sagen. Der September ist der Schutzengelmonat. Wir glauben, dass jeder von uns einen Schutzengel hat. Wir glauben, dass Gott Geistwesen, also Engel, erschaffen hat. Was aber sind Engel?

Engel sind erstens herrliche Ebenbilder Gottes und zweitens wunderbare Vorbilder für uns!

Sicherlich ist auch der Mensch ein Ebenbild Gottes. Die Hl. Schrift spricht: Lasst uns Menschen machen nach unserem Abbild.

Noch mehr aber sind es die Engel. Ihrer Natur nach sind die Engel von Gott als reine Geister erschaffen und darum Gott, dem reinsten Geist, ganz besonders ähnlich. Bei den Engeln gibt es keine Behinderung durch den Leib, keine Krankheiten, kein allmähliches Wachsen, kein alt werden und kein Schwinden ihrer Kräfte wie bei uns Menschen. Sie sind unsterblich. Es gibt bei den Engeln kein „heiraten“. Aber es gibt höchste geistige Fähigkeiten: Erkenntnis, Wille, Kraft der Liebe. Und das alles weit größer als bei uns. Und darum sind sie erhaben über den Menschen. Meistens wenn in der Hl. Schrift die Begegnung eines Menschen mit einem Engel berichtet wird, erfahren wir, dass der Mensch über die Ausstrahlung und über die Erhabenheit erschrickt. Daher hören wir oftmals das Wort: Fürchtet euch nicht. Der Engel von Bethlehem und der Auferstehungsengel zum Beispiel sagen immer als erstes: Fürchtet euch nicht. Engel sind also ganz erhabene Wesen, mächtige Geistwesen und Ebenbilder Gottes.

Zweitens sind sie aber auch Vorbilder. Machen wir uns bewusst: Jeder Engel und jeder Schutzengel hat eine Prüfung hinter sich. Sie sollten sich ihr ewiges Glück verdienen durch freien Gehorsam in Liebe. Und sie haben diese Prüfung bestanden. Der Lohn ihrer Treue ist ihr seliges Glück, das auch unser Ziel ist. Darum gibt es auch das Bemühen auf seiten der Schutzengel uns dabei zu helfen.

Wir wissen, nicht alle Engel haben diese Prüfung bestanden. Leider sind nicht alle Engel gut geblieben. Der Ursprung des Bösen liegt im Fall der Engel. Diese Sünde geschah in klarer Erkenntnis und mit ihrem freien Willen. Sie ist daher etwas ganz schlimmes. Es ist die größte Sünde, die man sich vorstellen kann. Luzifer wollte so sein wie Gott.

Es ist zwar recht unmodern, wenn wir über Luzifer etwas sagen, aber keiner wird leugnen, dass es die Sünde gibt. Der Kirche wird immer wieder vorgeworfen, dass Sünden passiert sind bei Menschen, die nicht sündigen sollen, die Vorbild sein sollen. Der Teufel gehört eben nicht in das Reich der Kindermärchen, sondern versucht uns immer wieder zu verführen. Vielleicht hat die Kirche viel zu sehr vergessen, darüber zu warnen, aufzuklären und zu predigen.

Die Kirche glaubt an die Mächte der Finsternis und an das Reich der Finsternis. Wenn man hineinschaut in die eigene Seele, wird man immer wieder feststellen, dass wir selber uns bei der Sünde ertappen, die wir ja eigentlich gar nicht wollen. Aber wundern wir uns nicht! Schauen wir in die Hl. Schrift! An Hunderten von Stellen spricht sie vom Teufel.

Die Hl. Schrift spricht aber auch von den guten Engeln, die wir anrufen und um Hilfe und Schutz bitten sollen. Der gute Engel ist uns ein Vorbild im Kampf. Er hat den guten Kampf gekämpft. Er hat die Prüfung bestanden. Er ist auf unserer Seite. Der Schutzengel beschützt uns nicht nur vor leiblichen Gefahren, sondern er schützt uns auch vor der Sünde. Daher wollen wir uns wieder bewusst machen, dass jeder von uns einen Schutzengel hat, zu dem wir wieder öfter beten wollen, damit er auch besser helfen kann. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2022