3. Ostersonntag C 2022
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3. Ostersonntag 2022 C

Messtexte | Word-Dokument

In der Osterzeit hören wir immer wieder in den Evangelien die sehr bewegenden Berichte über die Erscheinungen des Auferstandenen. Maria Magdalena meint, Jesus sei der Gärtner. Die 2 Emmausjünger erkennen Jesus erst, als er das Brot brach. Thomas kann nicht glauben, weil er Jesus nicht sieht. Er bekennt dann seinen Glauben, nachdem er ihn betasten darf.

Heute sind 7 Apostel, die Fischer waren, wieder bei ihrer Arbeit. Sie sind im Alltag angelangt und haben keinen Erfolg. Keinen einzigen Fisch haben sie die ganze Nacht gefangen. Das kommt manchmal vor und ist frustrierend. Es ist schon einmal vorgekommen, dass Jesus ihnen gesagt hat, sie sollen noch einmal das Netz auswerfen, und dann haben sie ganz viele Fische gefangen. Damals hat es Petrus nicht geglaubt. Aber auf dein Wort hin tun wir es, sagt er. Als er sah, dass das Netz voller Fische war, fiel er ihm zu Füßen und sagte: Geh weg von mir, ich bin ein Sünder, ich habe dir nicht geglaubt. Umso erstaunlicher ist es, dass sie ihn jetzt momentan nicht erkennen.

Auf drei Punkte möchte ich hinweisen.

1. Es ist Johannes, der Lieblingsjünger, der Jesus schließlich erkennt und Petrus darauf aufmerksam macht: „Es ist der Herr!“ Er hat auch Petrus den Vortritt gelassen, als sie zum Grab gelaufen sind. Johannes war schneller am Grab, aber er lässt Petrus zuerst hineingehen. Nun sagt er dem Petrus, wer da am Ufer steht. Petrus springt daraufhin sofort in den See, um schnell bei Jesus zu sein. Das ist also wiederum ein Hinweis auf die Vorrangstellung des Petrus. Petrus ist der erste Apostel. Jesus hat ihn zum Felsen gemacht: Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Dies ist eine so tröstliche Zusage, die wir nicht vergessen dürfen, wenn es immer wieder in der Kirche stürmt oder wenn die Netze leer sind.

2. Das Feuer: Sie sahen am Boden ein Kohlenfeuer. Dieses Kohlenfeuer erinnert an das Feuer, um das einige Leute im Hof waren und sich wärmten, als Jesus gefangen genommen wurde. Petrus war auch bei diesen und hat sich ebenfalls gewärmt. Er hat Jesus dann dreimal verleugnet, so wie er es ihm voraussagte. „Ich kenne diesen Menschen nicht.“ Jesus wusste es: Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

3. Jetzt kommt die dreimalige Frage Jesu: Petrus, liebst du mich? Petrus ist sich spätestens bei der dritten Frage bewusst geworden, dass Jesus auf die dreimalige Verleugnung anspielt und er nun dies auf dreimalige Weise wiedergutmachen darf: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Er wird dafür zum Hirten erwählt: „Weide meine Schafe.“ Es ist ein wichtiger Hinweis auf das Papstamt. Petrus ist auserwählt, die Herde zu weiden und er, obwohl er ein Sünder ist, obwohl er schwach ist, obwohl er Jesus verleugnete, wird an die Spitze berufen. Jesus vertraut dem Petrus diese wichtige Leitungsaufgabe an.

Wir sollen auch, so wie Petrus, immer wieder Jesus diese Liebe bekunden: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“

Der Auftrag Jesu war dann: Folge mir nach. Petrus wird ihm nachfolgen. Er wird die Frohbotschaft verkünden. Er wird in Rom den Kreuzestod erleiden, so wie Jesus nur mit dem Kopf nach unten: Wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich.

Wer eine große Aufgabe übernimmt, der muss auch in die Schule der Demut gegangen sein. Petrus hat dies alles durchgemacht, damit er sich nicht über andere erhebt. Der Stolz ist die gefährlichste Waffe Satans. Petrus hat demütig dreimal wiederholt: Herr, du weiß alles, du weißt auch, dass ich dich liebe. Diese Liebe und diese Demut können wir von Petrus lernen. Amen.


© Pfarrer Christian Poschenrieder 2022