Hochfest der Gottesmutter
2014 A
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Weitere Predigten kommen demnächst.

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Neujahrstag ist immer der Oktavtag von Weihnachten. Die Kirche feiert das Hochfest der Gottesmutter. Die Oktav in der Musik ist der 8. Ton höher oder tiefer. Er klingt ähnlich. So klingt auch das heutige Fest ähnlich dem Weihnachtsfest. Der Blick liegt aber mehr auf der Mutter als beim Kind. Aber ohne Mutter kein Kind und ohne Kind keine Mutter!

Wir haben letzte Woche dieses schöne Fest Weihnachten gefeiert. Weihnachten wird das Fest der Familie genannt. Wie haben sie diese Tage verbracht, gefeiert? Konnten sie es noch mit ihrer Familie schön feiern?

Waren es frohe oder rohe Weihnachten? War es ein gnadenbringendes Fest oder nur ein gabenbringendes Fest?

Für mich ist ein Punkt ganz entscheidend für die Familie. Und das ist das gemeinsame Gebet. Hier muss sich in der Familie etwas ändern, dann wird sich auch in der Gesellschaft etwas ändern. Wenn sie jetzt im Advent vielleicht doch vermehrt beim Adventkranz gebetet haben, dann führen sie dies fort. Das gemeinsame Gebet in der Familie ist wichtig. Wer nicht betet, der hat auch nicht Kraft für den Alltag, der hat nicht die Kraft für die Probleme, der hat nicht die Kraft gut zu sein und Gutes zu tun.

In der Heiligen Familie wurde ganz sicher gebetet! Maria hat mit ihrem Kind gebetet. Beten heißt Sprechen mit Gott. Vielleicht war das bei der Gottesmutter viel leichter, weil hier Gott sichtbar als Kind, als Sohn Gottes zugegen war. Es war sicher viel leichter, denn wenn sie mit dem Kind sprach, dann war das Kind, d.h. dann war das Gegenüber da. Wenn wir beten, sehen wir Gott nicht. Aber eines war damals auch nicht da; zumindest am Anfang. Das Kind hat nicht geantwortet und doch haben die Eltern mit dem Kind gesprochen. Wir können das auch. Wir machen das auch. Wenn wir ein kleines Baby sehen, dann sprechen wir mit dem Kind, obwohl es keine Antwort gibt. (Ich wiederhole jetzt nicht die Worte, die wir sagen, wenn wir ein Baby sehen.) Aber ist es nicht auch so, wenn wir beten? Dann kommt auch keine Antwort.

Doch wir wissen, Gott hört uns, auch wenn wir ihn nicht sehen. Und wir wissen auch, dass er zu uns spricht, auch wenn wir ihn nicht mit unseren Ohren hören. Wir haben ein anderes Organ, mit dem wir ihn hören können und das ist unser Gewissen. In unserem Gewissen hören wir die Worte Gottes. Er möchte, dass wir das Gute tun und das Böse meiden. Und wenn wir uns immer wieder Zeit zum Gebet nehmen, dann hören wir diese Stimme umso deutlicher. Dann wird das Gewissen geschärft.

Und auch gemeinsam in der Familie sollten wir hier durch das gemeinsame Gebet unser Gewissen schärfen. D.h., wir sollen unsere Ohren schärfen, um die Stimme Gottes zu hören. Es ist wie ein Kompass, der dann wieder genau auf den Nordpol ausgerichtet wird. Er muss richtig geeicht sein. Wenn die Nadel nicht wirklich nach Norden zeigt, dann geht man in die falsche Richtung. Dann trifft man das Ziel nicht. Wir merken es nicht, wenn es nur eine kurze Strecke ist, aber wenn es eine lange Wegstrecke ist, dann sind wir daneben und gehen am Ziel vorbei. Und wenn unser ganzes Leben nicht das Ziel richtig anpeilt, dann treffen wir Gott nicht. Durch das Gebet wird der Kompass geeicht, justiert, richtig eingestellt.

Und wenn in der Familie, so wie in der Heiligen Familie, wieder gebetet ist, dann ist die Familie auf dem richtigen Weg. Dann wird es wieder gute und heilige Familien geben. Schauen wir heute auf zur Gottesmutter. Lernen wir heute von ihr das Beten zu ihrem Sohn. Wenn sie nicht mit dem Kind auf dem Arm dargestellt wird, dann wird sie meistens mit gefalteten, betenden Händen dargestellt. Das Gebet soll in unserem Leben wieder den richtigen Platz bekommen. Bittgebet, Dankgebet, der Lobpreis Gottes und die Anbetung. Das, was die Hirten gemacht haben, das was die heiligen drei Könige gemacht haben, das wollen auch wir tun, in Zukunft tun und nicht vergessen. Amen.ben.

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